FROM THE INSIDE OUT

Lea Vajnorsky, Henkel, Forbes 30 Under 30 2019, Deutschland

Mit nur 15,1 % ­Gründerinnen in Deutschland sowie 8,6 % weiblichen Vorständen in DAX-Unternehmen sind Frauen auf höchster Ebene noch immer unterrepräsentiert. Das zu ändern hat sich Lea Vajnorsky als Ziel gesetzt.

„Es gibt ja einfach keinen Grund, ­warum nicht mehr Frauen in Führungspositionen kommen oder Unternehmen gründen sollten“, sagt Lea Vajnorsky – mit einer ­Portion Ungläubigkeit. Denn die Zahlen sind – trotz Fortschritten – weiterhin ernüchternd: Mit nur 15,1 % ­Gründerinnen in Deutschland sowie 8,6 % weiblichen Vorständen in DAX-Unternehmen sind Frauen auf höchster Ebene noch immer ­massiv unterrepräsentiert. Das zu ändern hat sich Lea Vajnorsky als Ziel gesetzt – und verfolgt es ­mittlerweile nicht nur in einer, sondern in zwei Organisationen. „Ich wollte in meinen Jobs immer etwas verändern. Mit der Kombination meiner ­Rolle bei Henkel X und dem von mir gegründeten Netzwerk ‚Wo/men Inc.‘ habe ich jetzt das perfekte Set-up ­dafür“, sagt Vajnorsky.

Bei Tag ist sie als „Head of Platform Development“ bei der Henkel-Tochter Henkel X tätig, ­einer Open-Innovation-Plattform, die den Industrieriesen quer über ­seine drei Geschäftsbereiche (Adhesive Technologies, Beauty Care und Laundry & Home Care) in die digitale Zukunft führen soll. Einer von Vajnorskys Verantwortungsbereichen sind dabei Programme, die Frauen im Techsektor unterstützen. Federführend gestaltet sie etwa den Xathon in Berlin, der im November 2019 mit 200 Teilnehmerinnen stattfindet. „Das ist der größte Hackathon für weibliche Talente in Europa“, so Vajnorsky.

Bei Nacht (und am Wochenende) treibt ­Vajnorsky das Thema zusätzlich mit der von ihr (gemeinsam mit Robin Haak) ­2018 gegründeten Organisation Wo/men Inc. voran. Wo/men Inc. ist ein Pro-Pro­fit-­Netzwerk, das auf zwei Ebenen agiert. Einerseits wollen ­Vajnorsky und Haak erfolgreiche Frauen zusammenbringen und ihnen so ­hel­fen, noch erfolgreicher zu werden. Das passiert – mit Unterstützung von Partnern wie Adidas oder Hugo Boss – vorrangig über Events, die weltweit und nur auf Einladung spannende Frauen zusammenbringen. Auf der zweiten Ebene gibt Vajnorsky bis zu 40 % der Gewinne, an gemeinnützige Organisationen ab, die sich für Menschen- und Frauenrechte einsetzen. Eine Partnerorganisation ist etwa die Desert Flower Foundation, die von der österreichischen Aktivistin und Bestseller­autorin Waris Dirie gegründet wurde. Die Stiftung kämpft gegen weibliche Beschneidung, die vor allem in afri­kanischen Ländern oft noch gang und gäbe ist. Trotz der oftmals frustrierenden Aspekte des Themas ist Vajnorsky glücklich mit ihrer ­Rolle: „Durch Wo/men Inc. habe ich ­meine Identität gefunden, um ­etwas zurückzugeben.“

Zuvor war die Deutsche, die in London das Studium „Public Relations“ absolvierte, beim Risikokapitalfonds Redstone tätig. Doch das unternehmerische Gen begleitet sie schon länger: Mit 20 Jahren ­gründete sie einen ersten Pop-up-Shop. Ist denn für Vajnorsky, die in einem Gründer-Umfeld aufwuchs, das Unternehmertum nicht auch ein reizvoller nächster Schritt? „Ich war immer schon eine Gründerin. Auch in meiner Rolle bei ­Henkel verändere ich das Unternehmen ja mit. Genauso bei Wo/men Inc. Das ist für mich das perfekte Set-up, denn die beiden Projekte beflügeln sich.“

Lea Vajnorsky ist ein Mitglied der Forbes DACH 30 Under 30-Liste 2019. Mehr über Lea Vajnorsky lesen.

Der Artikel ist in unserer Juni-Ausgabe 2019 „30 Under 30“ erschienen.

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Chief Editorial Team

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